IGS - Integrierte Gesamtschule Landau


Schulleiters Tagebuch

Schulleiters Tagebuch

Tagebucheintrag vom 20. September 2018

Wasser kann zerstören. Auch das merken wir in diesen Tagen in der IGS. der Wasserschaden, den wir vor fast drei Wochen in einem kleinen Teil des Gebäudes erlitten haben, wird irgendwie täglich größer. Heute wurde klar, dass auch der Estrich in den betroffenen Räumen erst einmal getrocknet werden muss, dieser Prozess wird sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Es schmerzt uns besonders, dass zwei große Computerräume nicht in Gebrauch sind und dieses vermutlich noch über längere Zeit. Da kann kein Mensch etwas dafür und wir werden uns damit arrangieren. In den nächsten Tagen müssen wir alle gemeinsam helfen, dass die Räume leergeräumt werden und im Schulhaus zusammenrücken.

Tagebucheintrag vom 19. September 2018

Heute war ich auf einer Bank im Hof gesessen und habe in der Mittagspause Sonne getankt und Energie zugleich. Die vielen kleinen Begegnungen mit den Schülerinnen und Schülern sind immer wieder Energie pur. Sie setzen sich zu mir, berichten mir was ihnen wichtig ist, grüßen freundlich, rennen auf mich zu und wollen einfach erzählen. So mancher Unsinn kommt über ihre Lippen, aber das gehört natürlich auch dazu. Immer wenn ich Zeit bei den Schülern verbringe, merke ich, dass ich den richtigen Beruf ergriffen habe. Ich gehe gern zur Schule.

Tagebucheintrag vom 18. September 2018

Heute saßen wir mit 25 Kolleginnen und Kollegen auf der Terrasse des Clubhauses SV Landau-West, dem übrigens tollsten Fußballverein der Welt. Eigeladen waren Lehrerinnen und Lehrer, die eine Herausforderung betreut und durchgeführt haben, 25 Menschen, die 14 Tage lang Tag und Nacht mit Schülern unterwegs waren. Würde man alleine diese Arbeitsstunden zusammenrechen, käme man auf eine ziemliche Anzahl von Stunden. Das war von allen eine großartige Leistung, deshalb wurden sie zum Essen eingeladen. Da das Clubhaus neuerdings einen Pächter hat, der das Glück hat einen syrischen Bäcker als Koch zu haben, wurde dieses Essen auch kulinarisch ein Ereignis. Es gab syrische Gerichte, Humus, Auberginenmus und eine dritte Creme, von der ich nicht erraten habe, was für eine Frucht dahintersteckt, wunderbar gewürzte Salate, einen Minzjoghurt und natürlich frischgebackenes, syrisches Brot. Als Hauptspeisen gab es einen wunderbar duftenden Reis mit Hühnchenfleisch und ein Graupenrisotto mit Rindfleischbrocken, am Schluss gab es Blätterteigtaschen. Ein einfach wunderbares Clubhaus und ein toller Ort, um mit all den engagierten Menschen ein kleines Fest zu feiern. Bis nächstes Jahr im Clubhaus.  

Tagebucheintrag vom 17. September 2018

In der vergangenen Woche habe ich vom Land Bosnien-Herzegowina geschrieben. Heute geht es um Landau. Wir versuchen unseren Kindern Respekt beizubringen. Täglich gibt es Streit und Respektlosigkeit. Respektlosigkeit gegenüber Gleichaltrigen, gegenüber Älteren oder Jüngeren. Kein "Guten Tag", keine Entschuldigung, keine Höflichkeit. Ich musste ein Familienmitglied ins Krankenhaus begleiten und durfte erleben, wie Patienten und Angehörige mit Krankenschwestern und Pflegern umgegangen sind. Die einen waren rotzfrech, andere ignorant, einzelne waren einfach nur dumm und blöd. Ich schämte mich für diese meine Mitmenschen. Die Pfleger, die sich stets bemühen höflich zu sein und viele Wünsche gleichzeitig zu erfüllen, bräuchten eigentlich Hände wie Kraken und müssten überall und nirgendwo sein, die Schwester, die das Aufnahmegespräch mit uns führte war eine Seele von einem Menschen, aber auch auf sie wurde mit Worten eingeprügelt. Hier werden schlecht bezahlte Krankenhausangestellte in einer Art und Weise behandelt, die wahrhaft menschenunwürdig ist.

Tagebucheintrag vom 14. September 2018

Mit den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 13 arbeite ich an einem großen Abschlussprojekt im Fach "Darstellendes Spiel". Der Titel unseres Projektes trägt den überaus langweiligen Titel "Jugend". Wir haben Texte gesammelt, Aphorismen, Gedichte, Prosatexte, uns mit dem Stück "Frühlingserwachen" von Wedekind und dem Grimmelshausen beschäftigt und eigene Texte geschrieben. Und dann ist da heute etwas tolles passiert. Eine Schülerin hatte sich plötzlich bei diesen doch auch biographischen Arbeiten an ein Kinderbuch erinnert, welches sie als dunkel und bedrohlich empfand. Inzwischen habe ich es mir gekauft und kann dies nur bestätigen, ein richtig schreckliches Kinderbuch mit dem Titel "Der Ernst des Lebens". Annette, das Kind, dessen Leben in diesem Buch im Zeitraffer beschrieben wird, wird egal wie alt es jeweils ist stets mit dem Ernst des Lebens bedroht. Es ist schon verrückt, wenn man im Darstellenden Spiel mit jungen Menschen arbeitet wie sehr dieses Fach mit dem ganzen Menschen zu tun hat. Für dieses Mädchen war dieses Buch ein prägendes, biographisches Ereignis, beim Theaterspiel erinnert sie sich daran, ich bin gespannt, wie sie das Ganze nun szenisch umsetzen wird.

Tagebucheintrag vom 13. September 2018

Was mir nicht gehört, gehört mir eben nicht. Wenn es mir nicht gehört, sollte ich doch eigentlich die Finger davon lassen. Leider ist das in allen Schulen der Welt oder an jedem Ort oft nicht so. Warum machen Menschen ihre Umgebung kaputt? In der Schule sind es Tische, Fußböden, Wände, Smartboards, Computer, Stühle, einfach alles. Was wir dann tun, ist reden, ermahnen und vor lauter Verzweiflung bitten. Ändern tut sich nur wenig. Sicher, es sind viele, viele Kinder überhaupt nicht beteiligt, sicher, es sind nicht viele, die diesen Unsinn treiben, dennoch ärgern sich die Hausmeister und wir Lehrerinnen und Lehrer jeden Tag darüber. Das muss nicht sein und wir arbeiten daran jeden Tag. Auch dazu brauchen wir Eltern als Komplizen, Eltern, die ihren Kindern Grenzen setzen, die sie nicht verwöhnen und mit Konsum erdrücken, die nein sagen können und die das Heft des Handelns in der Hand haben. Kinder brauchen Konsequenzen.

Tagebucheintrag vom 12. September 2018

Es gibt ziemlich viel zu tun auf dieser Welt und oft spürt der Einzelne wie klein er eigentlich ist. In einer Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit" wird über den Kalten Krieg im Klassenzimmer in Bosnien-Herzegowina berichtet. Da heißt es: "Bosniaken sollen mit Bosniaken lernen, Serben mit Serben und Kroaten mit Kroaten". Da gibt es in der gleichen Schule zwei Schulleitungen, zwei Kollegien, Unterricht zu unterschiedlichen Zeiten und wie kann es denn auch anders sein, getrennte Schulhöfe. Lehrer, die Bosniaken unterrichten bekommen Schwierigkeiten, wenn sie Verständnis für beispielsweise die Serben zeigen. Die Trennung ist gewünscht. Es gibt ganz wenige Schulen, in der sich kroatischen und bosniakische Schüler sehen und gemeinsam unterrichtet werden. Doch das ist immer noch die Ausnahme.  Verrückt ist das. Mitten in Europa eine solche Apartheitspolitik.

Tagebucheintrag vom 11. September 2018

Die deutsche Übersetzung des Liedes Bella ciao von Hannes Wader

Und davon gibt es einen Remix zum Abtanzen - was für ein Unsinn

 

Eines Morgens in aller Frühe
Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao
Ihr Partisanen, kommt nehmt mich mit euch
Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao
Denn ich fühl', der Tod ist nah Partisanen,
kommt nehmt mich mit euch
Denn ich fühl', der Tod ist nah
Und wenn ich sterbe, oh ihr Genossen
Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao
Wenn ich sterbe, oh ihr Genossen
Bringt mich dann zur letzten Ruh!
In den Schatten der kleinen Blume
Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao
Einer zarten, ganz kleinen Blume
In die Berge bringt mich dann 
Und die Leute, die geh'n vorüber
Bella ciao, bella ciao Bella ciao, ciao, ciao
Seh'n die kleine Blume stehn
Diese Blume, so sagen alle Bella ciao,
bella ciao Bella ciao, ciao, ciao
Ist die Blume des Partisanen
Der für unsre Freiheit starb!
Ist die Blume des Partisanen
Der für unsre Freiheit starb!

Tagebucheintrag vom 10. September

Unsere Sportler haben den ersten Teil des Abiturs hinter sich gebracht, die Leistungen waren sehr erfolgreich. Irgendwie spannend, das Sportabitur besteht aus mehreren Teilen, Leichtathletik, einem schriftlichen Teil und einem Tag im Januar, an dem unterschiedliche Disziplinen abgeprüft werden. Ich selbst freue mich, wenn ich am 28.1.2019 einen ganzen Tag beim Sportabitur mit dabei bin. Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei meiner Kollegin Kruck, für die es auch das erste Abitur auf der anderen Seite ist, sie macht eine tollen Job und möchte, dass jeder und jede seine Höchstleistung bringt. Weiterhin guten Erfolg für unsere Sportler und danke für deine tolle Arbeit Barbara.

Tagebucheintrag vom 07. September 2018

Malu Dreyer war heute in der Schule. Die Ministerpräsidentin dieses schönen Bundeslandes hatte Kiri Sivakumaran, einem Schüler unserer Klassenstufe 13 versprochen, seine Schule zu besuchen und heute war sie da. Wir alle waren richtig stolz, dass sie uns besuchte.  Los ging es mit einer Führung durch Schüler, ein wenig  überrascht war sie schon, dass diese Führung ohne den Schulleiter stattfand, aber so ist das eben in der IGS Landau, das machen die Schüler schon selbst. Wer kann besser seine Schule vorstellen als die Schüler. Kiri trug das gleiche Hemd wie der Schulleiter. Als er gefragt wurde,  warum er das Hemd trage, antwortet er ganz normal: "Das habe ich mir letztes Jahr gekauft, weil ich bei offiziellen Gelegenheiten in meiner Schule auch durch das Tragen des Hemdes zeigen will, wo ich hingehöre." Was für ein wunderbarer junger Mann. Malu Dreyer hatte 90 Minuten Zeit, die Hälfte verbrachte sie mit den Schülern bei der Führung. Einfach klasse. Im anschließenden Gespräch fragte sie teilnehmende Lehrerinnen, warum sie an dieser Schule arbeiten. Was dann von diesen Kolleginnen gesagt wurde, war Balsam für meine Seele. Ich war tief gerührt. Es ist ein gewaltiger Unterschied, wenn man etwas vermutet, was derjenige wohl sagen würde und es dann tatsächlich ausgesprochen wird. Sich einander zu vergewissern geschieht zu selten. Daran müssen wir alle noch üben. Malu Dreyer sprach mit uns und den anwesenden Schülerinnen und Schülern über das Gelingen von Demokratie in der Schule und auch außerhalb. Sie tat dies nicht dozierend, sondern stellte Fragen, hakte nach und versprach in Zukunft bei schwierigen politischen Auseinandersetzungen an die IGS Landau zu denken, ihr mache ein solches Beispiel Mut. Liebe Frau Dreyer, auch sie machen uns Mut, wir sind stolz, dass sie bei uns waren und ebenso stolz, dass sie unser Land repräsentieren. Einen Fehler machte sie dann doch. 90 Minuten hatte sie Zeit, als sie allerdings auf dem Schulhof mit ganz vielen Kindern noch ins Gespräch kam, ließen die sie natürlich nicht gehen ohne ein Selfie gemacht zu haben. Der nächste Termin wurde mit Sicherheit mit einer großen zeitlichen Verzögerung erreicht. Die IGS Landau dankt unserer Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

 

Tagebucheintrag vom 06. September 2018

Es geht in der Schule um Lösungen. Es geht im Leben um Lösungen. Gehe ich mit mir und der Welt im Lösungsmodus um, kann ich nicht hassen und lügen. Wir erziehen in dieser Schule Menschen, indem wir lösungsorientiert handeln. Ein Problem will gelöst werden. Gespräche finden nach einem lösungsorientierten Maßstab statt. Wir sind keine Richter, die verurteilen müssen, sondern Pädagogen, die unterstützen und pädagogisch handeln dürfen. Es ist nicht immer leicht in Lösungen zu denken. Allzu schnell sind wir mit einfachen sogenannten Lösungen bei der Hand. Es ist beschwerlich und durchaus anstrengend nach dem richtigen Weg zu suchen und diesen zu finden. Viele von uns Erwachsenen sind erzogen in einem System, das eben nicht lösungsorientiert war. Besuchte ich eine Schule in der ich nicht funktionierte, fiel ich durch die Maschen. Wir müssen als Lehrerinnen und Lehrer in Lösungen denken und handeln lernen.

 

Tagebucheintrag vom 05. September 2018

Gestern waren die 1. Elternabende in allen Klassen außer der 13. Klasse, dieser folgt in der nächsten Zeit. Ich selbst war bei den Elternabenden  der Neuen, der Klassen 5 und 11. Vor allem bei den 11ern war es interessant. Mein Hauptanliegen war es begreiflich zu  machen, dass für die jungen Menschen, die jetzt neu in die Schule kommen, ein neuer Schulanfang startet. Es ist wie beim ersten Mal, als sie ganz aufgeregt in die 1. Klasse kamen, vielleicht auch als sie in die 5. Klasse eintraten. Neue Lehrer, neue Fächer, neues Anforderungsprofil. Für die Eltern ist es auch etwas Neues. Und hier meine große Bitte: Lassen Sie los und sind sie interessiert. Vertrauen sie ihrem Kind und unterstützen sie, wenn ihr Kind es will. Ihr Kind ist zwar groß und trägt einen Bart, braucht aber dennoch einen Widerhall. 

Tagebucheintrag vom 04. September 2018

Menschen machen Fehler. 

Menschen scheitern.

Menschen verursachen Chaos.

Menschen geben Fehler zu. 

Menschen dürfen scheitern.

Menschen entdecken im Chaos das Neue.

Menschen brauchen den Raum und die Freiheit Fehler zu machen, scheitern zu dürfen und auch  mal Chaos zu produzieren.

Auch dafür ist Schule da.

Tagebucheintrag vom 03. September 2018

Von 14 bis 16 Uhr ist der Schreiber dieser Zeilen mit den Mitgliedern der erweiterten Schulleitung zusammen, die Schulleitung tagt. Die Atmosphäre ist von einem völligen Vertrauen geprägt, alle Teilnehmenden wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können. wir kennen uns, arbeiten Hand in Hand,  niemand muss dem anderen etwas vormachen, jede und jeder ist verantwortlich für bestimmte Bereiche und trägt zum Gelingen von Schule bei. Ich selbst habe noch nie in einer solchen Konstellation zuvor gearbeitet. Trotz der vielen Arbeit, die wir haben, trotz der vielen Zeit, die wir in der Schule verbringen, in diesen beiden Stunden der Woche findet auch ein Stück Erholung statt. Gut, dass es so ist. Ich bin dafür unendlich dankbar. Möge es so bleiben.

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