IGS - Integrierte Gesamtschule Landau


Schulleiters Tagebuch

Schulleiters Tagebuch

Tagebucheintrag vom 21. Mai 2019

Letztes Jahr um diese Zeit hatte ich bereits meinen 5. Sonnenbrand und heute haben wir am Nachmittag tatsächlich nochmal die Heizung angeworfen. Gerade in den Räumen im Norden des Schulgebäudes ist es wirklich kalt. Das ist dann immer eine Abwägung, willst du ökologisch sein oder verschwenderisch. Den Teilnehmern einer Veranstaltung war offensichtlich dann warm genug, diese, die normalerweise bis 17.30 Uhr geht, dauerte diesmal länger. Was mir ganz wichtig ist, Gäste sollen sich bei uns im Haus wohlfühlen. Unser Sekretariat gibt sich wirklich immer große Mühe, ja, die Gäste auch ein wenig zu verwöhnen. Kaffee, Kuchen, Säfte, liebevoll hergerichtete Schnittchen und ein ordentlich gedeckter Tisch, das gehört einfach dazu. Das Lob, das ich dann im Auftrag der Teilnehmer weitergeben darf, tut auch gut.

Tagebucheintrag vom 20. Mai 2019

Heute haben sich bei der Montagmorgenbegrüßung die Kandidatinnen und Kandidaten für die Schülersprecherwahl vorgestellt. In der kommenden Woche werden alle eine Motivationsrede halten, darauf bin ich besonders gespannt. Ebenfalls zu Wort meldete sich eine Schülerin der Oberstufe, sie kam nicht einfach mit dem Hinweis auf die nächste Klimademo nach vorne, sondern machte Werbung für eine ganze Aktionswoche mit Experten der Universität und mit allen, die sich beim Thema Klima engagieren wollen. An der Fülle der Termine, einzelne gehen bis in den späten Abend, sieht man, dass hinter der ganzen Sache eine große Ernsthaftigkeit steckt. Hier geht es nicht darum freitags frei zu haben, sondern um die Sache. Ich ziehe meinen Hut vor solchen Schülern.

Tagebucheintrag vom 17. Mai 2019

Heute war der Abschluss des Projektes "English Drama" dieses Jahr. Dieses Projekt gibt es in unserem Hause seit einigen Jahren und jedes Mal kann man strahlenden Kindern begegnen, die eine Woche lang Theater spielten und Englisch sprachen. Es ist ein richtiger Push für alle Beteiligten. Ganz genauso geht es unseren Siebtklässlerinnen und Siebtklässlern, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern einer Schule aus Hagenau am Meer waren. Sie waren dort nicht einfach baden, es ist auch noch ziemlich kalt um diese Jahreszeit, sondern haben Sightseeing und Arbeiten miteinander verbunden. Wenn man das zusammen am Meer macht, kommen einem dabei einige Gedanken. Und das Schöne ist: Unsere Kinder treffen sich in der nächsten Zeit privat mit den Kindern aus Hagenau. So kann es weitergehen.

Tagebucheintrag vom 16. Mai 2019

Heute war ein außergewöhnlich guter Tag. Schüler der Klassenstufe 8 strömten in ihren Workshop English Drama, Schüler der Klassenstufe 7 und 9 konzentrierten sich auf die Herausforderung im nächsten Jahr. Zudem tagte eine Arbeitsgruppe von Schülern mehrerer Klassenstufen, die sich in Zukunft um den Erhalt des jüdischen Friedhofes in Landau kümmern werden. Sie bereiteten den Besuch des Friedhofs am kommenden Donnerstag vor und hatten in Eberhard Dittus einen ausgewiesenen Experten zu Gast. Das ist für mich Schule machen, an Themen arbeiten und möglichst selbstständig etwas voran bringen. Keiner, der einem vorschreibt, das oder jenes zu tun, ganz viel selbst Selbstverantwortung und Engagement. Ach ja, aus Amerika hospitierten ein Professor und seine Studenten, auch die hatten irgendwie einen ungewöhnlichen Schultag. An so einem Tag freut man sich Schulleiter zu sein.

Tagebucheintrag vom 15. Mai 2019

Am Dienstag wurde in der Turnhalle bzw. in den Umkleideräumen Geld gestohlen. Wieder einmal folgten gutgläubige Kinder dem Rat der Lehrer nicht ihre Geldbörse mit in die Halle zu nehmen und beim Lehrer sicher zu verstauen. Irgendwelche Langfinger haben die ein oder andere Tasche geleert und sind unerkannt verschwunden. Und einen Tag später, nämlich heute, erwischten wir zwei schulfremde Jungs, wie sie an den Außentüren der Sporthalle, die verschlossen waren, rüttelten und versuchten hineinzukommen. Einer meiner Kollegen erwischte sie, nahm sie mit ins Sekretariat, die Polizei wurde informiert, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, Ergebnisse sind noch keine bekannt. Es ist leider so, in Turnhallen oder an anderen Orten wird systematisch geklaut. Das ist im übrigen auch einer der Gründe, warum das Bargeld in unseren Gesellschaften bald verschwunden sein wird und am Ende nur noch eine gesicherte Karte übrig bleibt. Sicherer jedenfalls ist das.

Tagebucheintrag vom 14. Mai 2019

Der Informationsabend für die Eltern unserer neuen 5. Klassen ist jedes Jahr ein schöner Termin. Eine Stunde lang reden Pia und ich. Die Eltern erfahren alles, was sie wissen müssen und können Fragen stellen und erhalten gegebenenfalls auch eine Antwort. In diesem Jahr ist es der Stufenleiterin tatsächlich gelungen mehr zu sprechen als der Schulleiter, möglicherweise werde ich irgendwann doch überflüssig sein. Auch gut. Wenn man sich mit den einzelnen Eltern unterhält, wenn man sie während man spricht anschaut und beobachtet, dann kann man wahrnehmen, wie aufgeregt sie auch sind, wenn sie daran denken, dass ihr Kind im Sommer einen richtig großen Schritt machen wird. Die Freude, die Verunsicherung und alle anderen Vorerwartungen erzeugen eine wunderbare Energie. Irgendwie ist das wie Geburtstag und Weihnachten auf einmal. Beim Begrüßungsfest, welches dieses Jahr am 25. Juni 2019 stattfinden wird sehen wir uns wieder, diesmal mit Kindern, schließlich sind diese ja die Hauptdarsteller. Den Nebendarstellern wurde heftig eingebläut, dass sie in dem Falle, dass ihr Kind nicht mit seinem Freund in eine Klasse kommt, das Heulen tunlichst unterlassen sollen. Im letzten Jahr hat das funktioniert, wie es dieses Jahr wird, das steht in den Sternen.

Tagebucheintrag vom 13. Mai 2019

Heute begann ein wunderbarer Workshop, den wir seit einigen Jahren in unserer Schule haben. Zwei Freunde aus Irland besuchen uns und arbeiten mit Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 8 mit dem Mittel des English Drama. Als wir sie in der Montagmorgenbegrüßung vorstellen, kommt es bei denjenigen, die in den vergangenen Jahren diesen Wochenkurs belegt hatten, zu einem großen "Hallo". Die Teilnehmer werden am kommenden Freitag um 19.00 Uhr präsentieren, was sie in der Woche erarbeitet haben. Zu erwarten ist kein großes Theaterstück, sondern viele kleine Übungen, in denen klar wird, wie sehr die Kinder mit Spaß und Freude Englisch gesprochen und Theater gespielt haben. Jeder Mann und jede Frau sind herzlich eingeladen.

Tagebucheintrag vom 10. Mai 2019

Gestern und heute war ich Teilnehmer bei der Landesdirektorenkonferenz. Das Beste an solchen Tagungen ist es stets Menschen zu treffen mit denen man sonst per Mail oder per Telefon Konversation betreibt. Die vielen Gespräche mit interessanten Menschen haben den Besuch der Konferenz erst richtig wertvoll gemacht. Persönlich würde ich mir wünschen, dass alle Schulleiterinnen und Schulleiter bei solchen Tagungen selbst mehr in Workshops und kleineren Gruppen an wichtigen Themen gemeinsam arbeiten und am Ende ein Ergebnis produzieren, welches in den Einzelschulen durchaus eine gewisse Relevanz erfahren könnte.

Tagebucheintrag vom 09. Mai 2019

Andreas Schleicher hat ein Buch geschrieben mit dem wunderbaren Titel "Weltklasse - Schule für das 21. Jahrhundert gestalten". Das ist doch ein äußerst interessanter Buchtitel. Andreas Schleicher ist Direktor für Bildung und Kompetenzen bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, in Paris. In einem Interview sagt er, dass ein gutes Schulsystem alle Kinder unterstützt und dass es darum geht, dass sie gerüstet werden in der Welt Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. "Soziale und emotionale Kompetenzen sollten heute den gleichen Rang einnehmen wie kognitive. Das alles sollten wir von unserem Schulsystem erwarten." In dem Buch stellt Schleicher interessante Schulsysteme vor. Besonders untersucht er die Länder Singapur, Estland, Kanada, Finnland und Shanghai. Ich weiß schon, dass Shanghai kein Land ist. In den nächsten Wochen werde ich nach der Lektüre des Buches mehr davon berichten. Ein Satz sprang mir bereits jetzt in die Augen, in dem Schleicher schreibt, dass die guten Leistungen in finnischen Schulen das Ergebnis eines langwierigen Transformationsprozesses seien, "der in den 70er Jahren begann, als das Gymnasium zugunsten von Gesamtschulen abgeschafft wurde." Auf geht´s!

Tagebucheintrag vom 08. Mai 2019

Der Elternabend Differenzierung, der gestern Abend stattfand, stieß  auf großes Interesse, schließlich lernten die allermeisten Eltern etwas völlig Neues kennen. Kaum einer, der er eigenes Schulleben hinter sich hat, hat so gelernt, wie wir es gestern für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch gezeigt haben. Wir Erwachsenen kennen alle, egal ob wir jünger oder älter sind, den Unterricht, in der Weise, dass der Lehrer die Hauptarbeit hat, viel vorgibt, die Tafel füllt und die Schüler funktionieren. Bei uns bereitet der Lehrer eine Lernumgebung vor, in der dann die Schüler selbstständig lernen und arbeiten müssen. Da liegt der Hauptschwerpunkt des Lehrenden auf der Vorbereitung. Aufgrund der Rückmeldung der Eltern werden wir diesen Elternabend in Zukunft vorverlegen, sodass vor allem die Eltern neuer Kinder früher wissen, wie der Hase läuft. Selbstständiges Lernen will gelernt sein, Verantwortung zu übernehmen auch.

Tagebucheintrag vom 07. Mai 2019

Ich denke darüber nach was für unsere Schüler, die die Schule verlassen, wirklich wichtig ist und in welchen Bereichen wir uns verändern müssen und andere Wege gehen sollten. Glücklicherweise denkt man auch auf der Ebene des Bildungsministeriums darüber nach politische Bildung in den Schulen zu intensivieren. Das halte ich für nicht nur sinnvoll, sondern im hohen Maße demokratiefördernd. Wenn ich mit meinen Schülern der Oberstufe auf dem Schulhof über Europa spreche, glänzen viele durch ein profundes Nichtwissen oder zumindest Halbwissen. Und es ist nicht nur das Wissen, sondern es ist auch das Wollen. Politische Zusammenhänge zu verstehen, das fällt nicht vom Himmel. Hierin sehe ich eine Aufgabe, deren wir uns in der Schule stellen müssen. Hier geht es wieder einmal nicht nur um Fakten, sondern um Zusammenhänge. Die Diskussion, dass jeder Schüler in seinem Schulleben einmal in Auschwitz gewesen sein müsste, werden wir auch bei uns führen müssen. Wenn das Ergebnis eines Aufenthaltes in Auschwitz ist, dass die Schülerinnen und Schüler danach jeglichen politischen Extremismus eine Absage erteilen, dann hätten wir in der Tat einen wichtigen Beitrag geleistet Demokratie zu fördern. Es gibt viel zu tun.

Tagebucheintrag vom 06. Mai 2019

Wenn ich durch das Schulhaus gehe und Kindern begegne, spüre ich ganz oft, wie besonders dieser Ort ist. Auch wenn sie es nicht unbedingt immer zugeben, die allermeisten unserer Schülerinnen und Schüler gehen gerne hierher, manche von ihnen können es in den Ferien kaum mehr abwarten, dass die Schule wieder losgeht. Es gibt sogar eine Horde, die über die Zeit hinaus den Hausmeistern bei ihrer Arbeit behilflich ist: "Wo ist der Klaus?", diesen Satz höre ich täglich. Klaus ist einer der beiden Hausmeister, der stets eine Idee hat, wie Kinder und Jugendliche ihn unterstützen können. In Schulen werden oft Disziplinarstrafen ausgesprochen, eine beliebte ist es beim Hausmeister einen Sozialdienst zu verrichten. In der IGS ist das keine Strafe, sondern eine Belohnung. Das ist einfach wunderbar.

Tagebucheintrag vom 03. Mai 2019

Eines hat die Partei über die man nicht sprechen darf und deren Namen nicht genannt werden soll meines Erachtens doch gut gemacht. Sie hat zu einer gewissen Politisierung beigetragen. Die Diskussion im Bildungskontext in Rheinland-Pfalz, mehr politische Bildung in die Schulen zu bringen, es soll sogar vielleicht eine Stunde mehr Sozialkunde geben, hat bewirkt, dass ernsthaft überlegt wird, wie Schüler ein politisches Bewusstsein erhalten können. Das Wichtigste ist sicherlich, dass wir in den Klassen in allen Fächern regelmäßig im Gespräch sind. Am liebsten würde ich mit allen Schülern morgens die Schule beginnen und gemeinsam Zeitung lesen oder vorlesen. Darüber reden, Texte verstehen und Haltungen und Meinungen einschätzen lernen und eine eigene Meinung entwickeln. Das wäre doch toll, jeden Morgen nur 20 Minuten und das ein Schulleben lang. Wenn man dann noch meine zweite Idee jeden Tag nach der zweiten großen Pause wieder für 20 Minuten nur Englisch sprechen würde, wäre ich glücklich. Vielleicht schaffen wir das ja einmal.

Tagebucheintrag vom 02. Mai 2019

Der erste Schultag nach den Osterferien und irgendwie hat man das Gefühl noch im anderen Modus zu sein. Ich glaube es geht mir nicht alleine so, wenn ich mir die manchmal doch müden Gesichter meiner Kollegen betrachte, weiß ich, dass auch andere mit der Umstellung zu kämpfen haben. Wir haben einfach zu viel Ferien. Die Wochen, die folgen, werden ähnlich verlaufen, schließlich unterbrechen Brückentage und Pfingstfeiertage wieder kontinuierliches Lernen. Auch wenn es vielleicht lustig klingt, aber mich nervt das. Mir wären längere Phasen ohne Unterbrechungen und dann auch längere Pausen viel lieber. Aber wer fragt mich?

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